Im Mittelalter gab es wahrscheinlich mehr als 1000 Stabkirchen in Norwegen. 28 konnten bewahrt werden. Dazu gehört die Stabkirche von Urnes, die auf der UNESCO-Liste über das gemeinsame Welterbe steht.

© Terje Rakke / Nordic Life AS

Eine Stabkirche ist aus Holz gebaut, die Konstruktion ruht auf Pfählen – auf Norwegisch "staver", daher der Name. Die meisten der noch erhaltenen Stabkirchen in Norwegen wurden zwischen 1150 und 1350 erbaut. Im Mittelalter gab es überall in Nordwesteuropa ähnlich konstruierte Kirchenbauten. In Norwegen war es Tradition, in Kunstwerken wie auch in Baukonstruktionen Holz als Material einzusetzen. So wurden einzigartige Techniken entwickelt und verfeinert, und die Stabkirchen sind dafür ein herausragendes Beispiel. Die Dekorierung der Kirchen ist eine faszinierende Mischung aus christlichen und heidnischen Symbolen der Wikingerzeit.

Nach Ausbruch der Pest im 14. Jahrhundert und im Zuge der Reformation verschwanden viele Stabkirchen. Um 1650 gab es noch rund 270 Stabkirchen, und in den folgenden 100 Jahren verschwanden weitere 100 dieser Bauwerke. Heute gibt es noch 28, und viele davon stehen in Fjordnorwegen.

Die älteste norwegische Stabkirche befindet sich in Urnes in der Gemeinde Luster am Sognefjord. Diese reich dekorierte Kirche wurde um 1130 erbaut, sie gehörte einer reichen Familie und wird auf der UNESCO-Liste über das gemeinsame Welterbe geführt

Die um 1180 erbaute Stabkirche Borgund in Lærdal liegt ebenfalls am Sognefjord. Sie ist die meistbesuchte, am besten bewahrte und am häufigsten fotografierte Stabkirche des Landes. Auf den Wänden der Kirche wurden verschiedene Runeninskriptionen gefunden.

© Sverre Hjørnevik

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