Ein Arktifdorf mit Geschichte
Generationen lang war Brandal eine der bedeutendsten Arktis-Gemeinden Norwegens. Von hier aus fuhren Männer nach Svalbard, Nordost-Grönland und ins Nordpolarmeer — einem der gefährlichsten Berufe, die es je gab. Das Ishavsmuseet Aarvak bewahrt diese Geschichte und macht sie für alle zugänglich, die verstehen möchten, was es kostete, seinen Lebensunterhalt aus dem Eis zu holen.
Das Museum ist ein nationales Spezialmuseum für Polargeschichte, mit Schwerpunkt auf norwegischer Robbenjagd und Überwinterungsexpeditionen. Die Ausstellungen erstrecken sich über drei Etagen und lassen dich einer Industrie nahekommen, die die Küste, die Kultur und die Menschen geprägt hat, die von ihr lebten. Für viele Besucher ist das die Geschichte eines Großvaters oder Urgroßvaters — ein Handwerk, von dem sie am Esstisch gehört haben, das sie aber nie mit eigenen Augen sehen konnten.
Geh an Bord eines echten Arktisschiffs
Das Herzstück der Sammlung ist das Arktisschiff Aarvak von 1912, das älteste erhaltene Holzschiff, das eigens für die Robbenjagd gebaut wurde. Es liegt unter einem eigenen Schutzgebäude neben dem Hauptmuseum und kann als Teil der Dauerausstellung besichtigt werden. An Bord riechst du Holz, Teer und Meer, und die Geschichte kommt dir näher als in jeder Vitrine. Viele Besucher verweilen hier lange, fasziniert von der alten Ausrüstung und den engen Mannschaftsquartieren, in denen die Männer lebten.
Fünf Ausstellungen, eine zusammenhängende Geschichte
Die fünf Dauerausstellungen behandeln jeweils ein eigenes Kapitel: das Arktisschiff Aarvak selbst, Überwinterungsexpeditionen in Nordost-Grönland, die Geschichte der Robbenjagd, Abenteurer und Polarpionier Ragnar Thorseth sowie «Schwarzes Gold in Brandal City», über das Kohleabenteuer in Ny-Ålesund auf Svalbard, das auf die Arktis-Jagdzeit folgte. Ausgestopfte Arktistiere und altes Werkzeug sind ein Highlight für die Jüngsten. Zusammen vermitteln die Ausstellungen ein vollständiges Bild einer Küstengemeinschaft im Wandel, vom Nordpolarmeer über den Kohlebergbau auf Svalbard bis zur neueren Ölindustrie.
Das Museum ist einen Großteil des Jahres geöffnet, und es ist leicht, sich Zeit für die Ausstellungen zu nehmen. Der Herbst ist eine besonders schöne Reisezeit, mit ruhigerem Tempo und weicherem Licht. Das ganze Jahr über veranstaltet das Museum auch Abendessen und verschiedene Veranstaltungen.
Anreise zum Museum
Das Museum liegt in Brandal, einem kleinen Dorf 5 Minuten mit dem Auto vom Hafen Hareid entfernt, etwa 45 Minuten vom Stadtzentrum Ålesund. Du erreichst Hareid mit dem Schnellboot aus Ålesund und nimmst von dort ein Taxi zum Museum, oder du fährst mit der Fähre von Sulesund und fährst die letzten 3,6 km mit dem eigenen Auto weiter. Es ist ein Ausflugsziel für alle, die authentische Lokalgeschichte schätzen, ungefiltert und direkt erzählt.
Siehe auch
Wenn du in Brandal bist, solltest du dir auch das Veteranschiff M/S Polarstar ansehen. Das Arktisschiff von 1948 liegt direkt neben dem Museum und bietet Fjordfahrten entlang der Sunnmøre-Küste an.
